Europa

Workshop Teatro y diversidad «Racismo y critical whiteness»

Un formato de éxito como «Theaterwelter» también puede y debe mejorar y seguir desarrollándose. No cabe duda de que a la hora de hacer una valoración, una cuestión importante será cómo aumentar el interés sobre temas controvertidos. Las preguntas «¿teatro o diversidad?» o «¿cuán racista es la cultura del trabajo europea?» cobran gran significado cuando uno se considera a sí mismo un hombre de teatro internacional. Una muestra como «Theaterwelten» debe ofrecer una plataforma para buscar respuestas a tales interrogantes, si quiere ser tomada en serio. Workshop Teatro y diversidad «Racismo y critical whiteness» weiterlesen

Teatro en Europa – El sistema Stanislavski

¿Stanislavski en ruso con una intérprete profesional? Los participantes esperaban expectantes a que empezara el curso con Mikhail Chumachenko, de la Universidad de Arte Dramático de Moscú. La base para el trabajo era la obra en un solo acto de Anton Chéjov «El Oso». Dicho sea de paso: el curso se merecía haber reunido a más gente. A pesar de las barreras lingüísticas, enseguida se creó un ambiente de trabajo intenso, los participantes se confrontaron con los detalles del texto más ínfimos, conocieron cosas insólitas de la vida y la mentalidad rusas, quedaron asombrados ante perspectivas que jamás se les hubieran pasado por la cabeza, exploraron distintas variantes emocionales y al tercer día ya entendían incluso algunos fragmentos en ruso. Teatro en Europa – El sistema Stanislavski weiterlesen

THEATERWELTEN … FEEDBACK MIT METHODE

Die Feedback-Methode – ein Vortrag von Leila Anderson (Amsterdam)

Man kennt das Problem: Wie bekommt man als Theaterschaffender während der Arbeit hilfreiche Kritik, nützliches Feedback? Wie formuliert man umgekehrt als Mitglied eines „Testpublikums“ seine Bemerkungen, Vorschläge und Einwände zur gesehenen Produktion, ohne dass sie verletzen, verunsichern, verhärten? Wie objektiviert man seine Seheindrücke? Wie sorgt man dafür, dass alles Wesentliche zur Sprache kommt und nicht hauptsächlich Nebensächlichkeiten diskutiert werden? Und was ist überhaupt wesentlich, was nebensächlich?

Leila Anderson referiert über die DasArt-Feedback-Methode (Foto: Jörg Sobeck)
Leila Anderson referiert über die DasArt-Feedback-Methode (Foto: Jörg Sobeck)

Am Freitagabend gab es im Rahmen der „Theaterwelten“ die Gelegenheit, eine ausgefeilte Methode kennenzulernen, wie man strukturiert und methodisch Kritik einfordern und so anbringen kann, dass sie gern angenommen wird und produktive Wirkung entfaltet.

Die Referentin Leila Anderson von der DasArt School in Amsterdam hielt einen so frischen, gut strukturierten, engagierten und anschaulichen Vortrag, dass ihre zahlreichen Zuhörer trotz der späten Stunde, der im Rathaussaal unvermindert lastenden stickigen Schwüle und der vorausgegangenen Anstrengungen der Workshop-Arbeit mit ganzer Aufmerksamkeit folgten.

Die Festival-Teilnehmer sind mit Interesse und Fragen dabei (Foto: Jörg Sobeck)
Die Festival-Teilnehmer sind mit Interesse und Fragen dabei (Foto: Jörg Sobeck)

Ganz wichtig beim Feedback sind Vertrauen, Ehrlichkeit, Genauigkeit und Hilfsbereitschaft. Wenig nützlich sind Eitelkeiten und Selbstdarstellungsdrang seitens der Feedback-Gebenden.

Umrahmt mit Zitaten von Irit Rogoff beschrieb Anderson einen Weg von „Criticism“ (dem Finden von Fehlern, Bemängelung) über „Critique“ (einer auf Basis bestimmter Anahmen logisch konsistent erscheinenden Analyse) zur „Criticality“, worunter eine methodische und zugleich respektvolle und dem Voranbringen des Arbeitsstandes dienende Kritikform verstanden wird, die vom Bewusstsein ihrer unsicheren Fundamente ausgeht und auf Gleichheit zwischen Kritisierenden und Kritikempfängern beruht.

Die vorgestellte Methode ist leicht zu verstehen, erfordert aber einen neutralen Moderator und durchläuft eine Vielzahl von Phasen, beginnend mit einer klaren Formulierung des zu begutachtenden Arbeitsstandes und der Feedback-Ziele und -Erwartungen des Schaffenden über paarweisen Austausch von Beobachtungen, auch humorige Perspektivwechsel und offene Gesprächsrunden bis hin zu persönlichen schriftlichen „Briefen“. Von vornherein werden verschiedene Rollen klar unterschieden: Die des Theaterschaffenden, der seinen Zwischenstand präsentiert, die des Moderators und die der Feedback-Gruppe. Der Prozess in Gänze ist langwierig (und hier auch beim besten Willen nicht wiedergebbar) und geht davon aus, dass die Feedback-Gruppe heterogen und eher nicht fest zusammengesetzt ist. Ideal kann das deshalb gerade für Theaterfestivals sein.

Feedback soll dem Kritisierten helfen.(Foto: K. Gürtzig)
Feedback soll dem Kritisierten helfen.(Foto: K. Gürtzig)

Innerhalb einer kleinen „eingeschworenen“ Theatergruppe, in der sich gegenseitige Vertrautheit und Vertrauen längst eingestellt haben, wäre die Anwendung der Methode, gar noch in einer gemeinsamen Produktion, unnötiger Overhead. Hier sind kurze, klare Worte meist der etablierte und akzeptierte Weg. Dennoch stellten sich viele Elemente und Regeln der verschiedenen Phasen der Methode als jederzeit hilfreich und nützlich dar.

So banal es klingt: Man sollte stets erst überlegen und abwägen, bevor man spricht. Auch zunächst auf Formulierungen, dass etwas gefallen oder nicht gefallen habe, zu verzichten und eher darauf abzustellen, was nach eigenem Empfinden gut oder weniger gut „funktioniert“, d. h. die Ziele des Ausführenden zu respektieren, ist eine gute Empfehlung. Also weniger geschmäcklerisch zu beurteilen, sondern mehr die Umsetzung im Auge zu haben. Die Kritisierten hingegen tun gut daran, zunächst eher nur zuzuhören und zu reflektieren, statt sich aus dem ersten Impuls heraus zu rechtfertigen.

Hatten manche Festivalteilnehmer vorher noch gerätselt, was die Veranstaltung „Feedback im Theater – wie übe ich künstlerische Kritik?“ ihnen bringen sollte, waren hinterher dann viele so fasziniert, dass sie sich das Material schicken lassen und noch nach dem Ende der Diskussion das Gespräch mit der Referentin suchten, persönliche Erfahrungen und Fragen ansprachen.

K. G.