Gleam Group

EDVARD MUNCH MEETS ARAB SPRING …

Die zweite Darbietung des THEATERWELTEN Festivals am frühen Freitagabend kam aus Algerien. Das dreiköpfige Darstellerensemble der Gleam Group aus Skigda präsentierte SCREAM OF PAIN. 

ScreamOfPain Foto: Mathias Baier

Mit performativen Mitteln und in einer strengen Choreografie entstand eine Abfolge von statischen und bewegten Bildern als Sequenzen und Collagen. Die Performance verknüpfte Darstellung, Sound und Bühnenstimmungen, um Emotionen zu plakatieren oder Bedrohungen, Ängste und Unterdrückungen in eine Bildsprache zu übersetzen. 

ScreamOfPain Foto: Mathias Baier

Die Darstellerinnen und Darsteller erkämpfen sich buchstäblich ihre Darbietung. Sie hingen in den Seilen, schliffen sich die Haut ab, standen unter Druck oder waren Unterdrücker. Sie bedrängten, schlugen und schnürten sich … Das Leben riss und zerrte an ihnen. …

Als Raum der Interpretationen ist SCREAM OF PAIN eine Art universelle Parabel auf die Ängste und Konflikte in jeder Gesellschaft der Gegenwart; lokal und global. Der Mensch wird verbildlicht als Unterdrücker und Vernichter, als Gepeinigter und physisch und psychisch zerstörtes Wesen. Die Gesellschaft wird als kranker und überwachter Organismus in einer von Menschen infizierten Umwelt gezeigt. Die Performerinnen und Performer der Gleam Group bilden dabei sowohl ihre eigene Staffage als auch ihre Selbstmanifestation.

Was der Performance – in meinen Augen – noch gut täte? Ein wenig mehr Dynamik, Spontanität, Licht und detailliertere Interaktionen … und etwas weniger an zeitgenössisch hergebrachter Plakatierung.

Mathias Baier