DO NOT PASS AWAY …

Ein leidenschaftliches tänzerisches Solo begeisterte die Teilnehmenden und Besucher der THEATERWELTEN am Samstagabend im Theater im Stadthaus. Sie erlebten mit FAREWELL MY CONCUBINE – THE MOVEMENT OF THE MARTYR eine Verschmelzung von Martial Arts und Contemporary Dance durch Jack Lee vom Lee Wushu Arts Theatre aus Malaysia.

Farewell my Concubine Foto: Mathias Baier

Ungewöhnlich für unsere cineastisch geprägten Sehgewohnheiten, die im Tanztheater sonst gern übernommen werden, unterlässt es diese Inszenierung insbesondere zu Beginn, unsere sinnliche Aufmerksamkeit zu teilen. So bleibt der eröffnende Schwertkampf frei von visuellen Effekten oder musikalischer Untermalung und überlässt es allein der unfassbaren Körperlichkeit und Präzision des Tänzers, die Zuschauer in atemloses Staunen zu versetzen. Die so erzeugte Ruhe verbreitete sich in das Visiotorium und verfeinerte die Blicke für jeden bewegten und ruhenden Moment der Darbietung. Diese Ruhe im steten Wechsel mit den rasanten doch stets präzisen Bewegungen und artistischen Einlagen, verbanden sich zu einer einzigartigen Choreografie. Die erlebte Darbietung war eine bildgewaltige und körperliche Vereinigung von Stärke und Anmut, von filigraner Präzision und explosiver Expression, von epischen Bildmomenten und physischer Trauer. Die so entwickelte Bildsprache, die ganz in östlicher Tradition keiner Mimik bedarf, überlässt es allein dem Körper, tiefe Emotionen zu übersetzen. Das Tanzstück entwickelte sich in Bildern und Szenen zu einem performativen Akt, welcher asiatische Kampfkunst und Körperlehre mit zeitgenössischem Tanz verwebte. Die tänzerische Darbietung  wird im weiteren Verlauf nur akzentuierend durch Projektionen und Musik unterstützt. Als Bühnenrequisite genügt allein eine Bank.

Inhaltlich greift das Stück den Stoff der Peking-Oper „Farewell my Concubine“ auf: eine über 2000 Jahre alte chinesische Erzählung  von Kampf, Trauer und inniger Liebe. Im Angesicht einer kriegerischen Niederlage schenkt König Xiang Yu seiner Konkubine die Freiheit. Aus Liebe zu ihm verzichtet sie jedoch auf dieses Geschenk. Gemeinsam wählen sie den Freitod.

Farewell Foto: Mathias Baier

FAREWELL MY CONCUBINE IST EIN EPOS IN BILDERN UND BEWEGUNGEN, DAS SEINE INTENSIVE, DARSTELLERISCHE  KÖRPERLICHKEIT IN DIE BEWEGTEN EMOTIONEN SEINER BETRACHTER VERWANDELT  … DARUM GEH NICHT! VERWEILE DOCH, …

Mathias Baier

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