Festival 2017

Vom 22. bis 25. Juni 2017 fand zum zweiten Mal das Welttheaterfest Theaterwelten in Rudolstadt statt. Das Festival zeigte Aufführungen aus Asien (Nepal), Südamerika (Chile), Ozeanien (Neuseeland), Europa (Belgien) und Afrika (Ägypten). Zudem gab es Workshops mit sechs Theaterexperten aus sechs Weltregionen.
Eine Fachtagung begleitete das Festival zu grundlegenden Fragestellungen der internationalen Theaterarbeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig. Die Festivalteilnehmenden erwartete ein Theaterwelten-Festivalcamp in einmaliger Atmosphäre, mit kurzem Weg zum Festival und direkt beim zentralen Catering.
Das Festival wird alle zwei Jahre veranstaltet. Veranstalter im Jahr 2017 war der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. in Kooperation mit dem Thüringer Theaterverband e.V.
(c) Tabitha Arthur, LightShade Creative (NZ)

OZEANIEN // Neuseeland

Drama: »Skin Tight«
Quartett theatre company, Wellington, Neuseeland

Skin Tight ist die Geschichte von Tom und Elizabeth, die den Krieg überleben, aber ihre Farm verlieren, kämpfen, sich versöhnen, lieben und alt werden. Eine berührende und magische Liebesgeschichte, leidenschaftlich und brutal zugleich. Inspiriert von Denis Glover Gedicht The Magpie Said, handelt das Stück vom Leben auf dem Land, den Ereignissen der 1940er Jahre und wie ein Paar gegen den Tod kämpft, um zusammen zu bleiben. Diese Performance bietet umfangreiche Kampfchoreografie und Originalmusik.

Workshop: THEATER IN OZEANIEN
»Theater der Maori«
Referent*in: Rangimoana Taylor, Bronwyn Tweddle (Neuseeland)

Der Maori-Künstler Rangimoana Taylor und Regisseurin Bronwyn (Pakeha = Nicht-Maori) geben einen praktischen Einblick in das traditionelle Theater der Maori. Die Teilnehmenden lernen die authentischen Theaterformen der Maori kennen: mit traditionellen Bewegungen in der Nachahmung der Vögel Neuseelands, mit traditionellen Maori-Liedern und Kriegstänzen. Der Workshop bietet eine Einführung in die Kultur der Maori und ist zugleich ein Beispiel für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen einem Maori und einer Nicht-Maori, wie sie in Neuseeland üblich ist. Der Workshop findet auf Deutsch und Englisch statt.

EUROPA / Belgien

Tanzperformance: »A warm place«
Collectif verloren, Brüssel, Belgien

Die Darbietung zeigt, wie in Zuständen von Angst und Depression der Körper den Geist übernimmt. Zitternd und strampelnd versuchen vier Tänzer jedem Ansatz entgegen zu wirken. das Problem in Gedanken und in Worten festzuhalten, bis sie endlich die Müdigkeit über­kommt und der Verstand weiter in Unwissenheit ruhen kann. Die Performance ist ein persönliches Zeugnis über das Leben mit Depressionen und Angst. Sie ist ein Monolog versagender Metaphern voller Bewegungen, eingebettet in die hämmernde und flüsternde Musik der Gruppe „Nine Inch Nails“‚ .. A warm place·· offenbart den Spiegel. in dem wir uns selbst erkennen. bei dem Versuch. den eigenen Geist zu begreifen und zeigt uns. wie bedrückend solch ein Versuch sein kann. Collectief Verloren ist ein kleines Brüsseler Performance-Kollektiv. Das Kernteam besteht aus drei Philosophen, die gemeinsam mit anderen Mitgliedern ihre Stücke erarbeiten. Angetrieben werden sie in ihrer Arbeit durch introspektive Themen und Fragen. Aus diesen entwickeln sie starke visuelle, mehrschichtige Aufführungen als komplexe szenische Vereinigungen.

Workshop: THEATER IN EUROPA
»A warm place«
Referenten: Collectief verloren (Belgien)

Die Theatergruppe „Collectief verloren“ aus Brüssel lädt in diesem Workshop dazu ein, die Entstehung der Choreographie für Ihre Performance „A warm place“ als kreativen Prozess aktiv zu begleiten. Wie versteht, reagiert und übersetzt unser Körper Texte, Musik, Ideen und Emotionen. „Collectief verloren“ entwickelt methodisch thematische Cluster, mit denen sie arbeiten wollen. Mit Hilfe dieser Cluster können die Darsteller eigene Erfahrungen in die Arbeit einzubeziehen. Auf diese Weise entsteht einerseits Offenheit der Darsteller für das Publikum und die Zuschauer sehen andererseits eine Aufführung mit vielschichtigen Bedeutungsebenen. Der Workshop findet auf Englisch statt.
(c) Performance A Warm Place / Belgium
(c) Colectivo Racun

SÜDAMERIKA / Chile

Akrobatikperformance: »Fire Tongs«
Colectivo Racun, Santiago de Chile/ Chile

Die Inszenierung versetzt uns in eine Zeit, in der die Menschheit durch Sprachen und Kriege um natürliche Ressourcen gespalten ist. Fünf Figuren und Charaktere unterschiedlicher Herkunft und Fähigkeiten begeben sich auf die Suche nach Wasser. Das einzige Element das sie dabei untereinander verbinden kann, ist die Körper­sprache und ihre Formen des Ausdrucks. Die Zuschauer erwartet eine experimentell-performative und zirzensische Darbietung unter freiem Himmel. Die Gruppe inszeniert dieses Stück mit Mitteln des Zirkus, Theaters, Tanzes sowie mit Musik. Erweitert durch das Spiel mit Objekten und Marionetten reflektiert und assoziiert die Gruppe Racun über den Begriff und die Manifestation von Grenzen und darüber, was es bedeutet, diese Welt zu teilen.

Workshop: THEATER IN SÜDAMERIKA
»The body, objects and games as a creative and interpretive tool«
Referenten: Colectivo Racun, Chile

Die Theatergruppe „Colectivo Racun“ aus Santiago de Chile vermittelt in ihrem Workshop, wie der Körper als universale und grenzüberschreitende Sprache ohne Wörter auf der Bühne ins Spiel gebracht werden kann. Eigenes Körperbewusstsein, die Manipulation von Objekten, Spiel und Interaktion werden geschult und können gezielt eingesetzt werden. Während des Workshops gehen die Referenten auf das individuelle Potenzial der Teilnehmenden ein. Darauf aufbauend werden neue Bühnentechniken vermittelt. Der Workshop findet auf Englisch statt.

AFRIKA /Ägypten

Komödie: »1980 and upwards«
Studio El Brova, Kairo/ Ägypten

Die Inszenierung besteht aus einzelnen, szenischen Skizzen. die die gesellschaftlichen Probleme junger Menschen – geboren zwischen 1980 und heute – das Verhältnis von Frau und Mann. die Rolle der Ehe und das politische Leben im heutigen Ägypten zeigen. Die Verwirrungen dieser Generationen werden in der Komödie mit grundsätzlichen Fragen in der arabischen Gesellschaft verbunden. Studio EI Brova“ ist eine freies Theater- und Kultur­zentrum in Kairo. Die Inszenierung, Darsteller, Regie und Text wurden in Ägypten, Marokko und dem Sudan mehrfach ausgezeichnet.

Workshop: THEATER IN AFRIKA
»1980 and upwards«
Referenten: Mohamed Gabr, Mahmoud Gamal (Ägypten)

Mohamed Gabr (Regisseur und Schauspieler) und Mahmoud Gamal (Autor des Stückes „1980 and upwards“) aus Kairo geben in ihrem Workshop praktische Einblicke in die Erarbeitung ihres Stückes „1980 and upwards“, das auf ganz besondere Weise die politische Situation im heutigen Ägypten aufgreift. Der Workshop taucht ein in die Welt der Improvisation. Er geht der Frage nach „Wie entsteht ein Drama, wie findet man eine gute „Story“ für ein Theaterstück? Wie erzählt man eine Figur, ihre Gedanken, Gefühle, körperliche Empfindungen, Erinnerungen…?“ Der Workshop bietet eine Einführung in Methoden des kreativen Schreibens und Regiearbeit. Der Workshop findet auf Englisch statt.
(c) Studio El Brova
(c) Malini (The Princess of Garden), Theatre Village, Kathmandu (Nepal)

ASIEN / Nepal

Drama: »Malini. The Princess of Garden«
Theatre village, Kathmandu, Nepal

»Malini«, das poetische Drama des Literaturnobelpreisträgers Tagore handelt von Liebe, Hass, Religion und gesellschaftlichen Dogmen. Prinzessin Malini ist Hindu, doch steht sie der Religion kritisch gegenüber. Sie lehnt Tieropfer ebenso ab wie sie zahlreiche Traditionen als unpraktikabel und unrealistisch kritisiert. Ihr Studium des Buddhismus – als neuer Religion – verursacht große Unruhe am Königshof. Besonders der streng konservative Brahmane Kemenkar fordert ihre Bestrafung. Sein Freund Supriya nimmt eine mildere Haltung ein. Ihre Auseinander­setzung, ihr Kampf um Prinzipien steigert sich ins Dramatische. Tagores Klassiker dient dem »theatre village« als Folie, um die heutige politische Situation Südasiens zu reflektieren. Die junge Theatergruppe »theatre village« Kathmandu versteht sich als Teil der Erneuerungsbewegung in der nepalesischen Theaterszene.

Workshop: THEATER IN ASIEN
»The princess of Garden«
Referent: Bimal Subedi (Nepal)

Bimal Subedi, Regisseur, Gründer und Künstlerischer Leiter der Gruppe Theatre Village aus Kathmandu, stellt in seinem Workshop verschiedene Perspektiven des Theaters in Nepal vor: Theater als Tradition, Theater als Ritual, Theater als Volkstheater. Die Teilnehmenden werden sensibilisiert, eigenen Körper im kulturellen Kontext zu betrachten. Durch Entspannung, Atem Training und Konzentration lernen die Teilnehmenden die emotionale Architektur eigenes Körpers kennen. Der Workshop lehrt die erworbenen Techniken beim Spielen und Stückentstehung zu verwenden. Der Workshop findet auf Englisch statt.

FORUM

»FREMDE SPIELEN. (Amateur)Theater transkulturell.«

In cooperation with the Centre of Competence for Theatre (CCT) of the University of Leipzig.
Mit: Günther Heeg, Patrick Primavesi, Veronika Darian, Micha Braun, Andrea Hensel, Stephan Schnell sowie Studierende der Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig
In der Fachkonferenz stehen grundlegende Fragestellungen und Aspekte transkultureller Theaterarbeit in der Migrationsgesellschaft im Fokus: Amateurtheater als ein Medium transkultureller Bildung, Dramaturgien, Formate und Modelle von (Amateur)Theater in transkultureller Perspektive, Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit Geflüchteten sowie Transgenerationentheater. Im Rahmen der Fachkonferenz erwarten die Teilnehmer Vorträge, eine Paneldiskussion sowie Publikumsgespräche zu den eingeladenen Produktionen.

Team

Festival 2017

Frank Grünert

Festivalleitung & Organisation vor Ort

Stephan Schnell

Künstlerischer Leitung

Darina Startseva

Management

Steffen Hirsch

Mitarbeit

Mathias Baier

Festivaldesign

Imke Bachmann

Assistenz

Theater Rudolstadt

Technik

theater-spiel-laden Rudolstadt

Service & Gruppenbetreuung

Partner

Festival Veranstalter

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